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Es gibt keine Fliesenart oder kein einzelnes Produkt, das für jeden Zweck und jeden Einsatzort geeignet ist.
Die Analyse des Umfeldes in dem die Fliesen wirken sollen ist Voraussetzung für die Auswahl der geeigneten Fliese.

Einsatzort und Gebrauchsbedingungen

Beides Bedingungen, denen der Fliesenbelag während seiner gesamten Nutzungsdauer unterworfen sein wird, sind eng miteinander verbunden.
Einsatzbereiche und Gebrauchsbedingungen der gefliesten Flächen können in Abhängigkeit von der zu erwartenden Intensität der einzelnen Beanspruchungen
(sehr hoch bis sehr niedrig) charakterisiert werden.

Waagerechte oder senkrechte Fliesenfläche
Ob die geflieste Fläche sich in horizontaler oder vertikaler Lage befindet, spielt vor allem bei den mechanischen Beanspruchungen eine Rolle. Bei den scherbenmechanischen Beanspruchungen liegt zum Beispiel ein Unterschied darin, daß ein Fußboden bestimmten Lasten standhalten muß, wogegen der Fliesenbelag einer Wand eigentlich nur sich selbst zu tragen hat.Während bei einem Fußboden wichtig ist, daß Aufbau und die Dimensionierung die erforderliche Tragfähigkeit gewährleisten, muß bei einer gefliesten Wand vor allem die Beständigkeit der Verbindung zwischen Fliesen und Untergrund gesichert sein. Wesentliche Beanspruchungen der Oberfläche treten eigentlich nur bei Fußböden auf, bei Wänden können sie praktisch vernachlässigt werden.

Fliesenbelag im Innen- oder im Außenbereich
Diese Unterscheidung ist insbesondere bei der Betrachtung der hygrothermischen Beanspruchungen von Bedeutung. Die Bedingungen im Außenbereich sind deutlich höher (Niederschläge, Sonneneinwirkung, Frost, starke Temperaturschwankungen, längerer Kontakt mit Wasser etc.). Von Ausnahmen einmal abgesehen, sind derartige Beanspruchungen im Innenbereich gering. Innenbereiche, bei denen starke hygrothermische Beanspruchungen eine Rolle spielen, sind Kühlräume, die häufig mit Keramikfliesen ausgekleidet sind, Gebäude, in denen in verstärktem Maße Wasserdampf auftritt, bzw. in denen Fliesen dauerhaft mit Wasser in Berührung kommen, wie Bäder, Wäschereien, Industrieanlagen usw.

Funktion und Nutzungsintensität des Gebäudesoder des Ortes: privat, öffentlich oder industriellgenutzt.
In privat und teilweise öffentlich genutzten Bereichen ist, abgesehen von den erläuterten Ausnahmen, das Beanspruchungsniveau relativ gering. Ziemlich stark dagegen sind die Beanspruchungen, besonders die physikalischen Oberflächenbeanspruchungen, im öffentlichen Bereich. Dort sind viele Menschen unterwegs, (Sitzungssäle, Geschäfte, Kirchen etc.), die mit unter Wagen und andere Transporthilfen mit sich führen (Supermärkte, Einkaufszentren, Warteräume und Gänge von U-Bahnen,Bahnhöfen und Flughäfen). Auch die chemischen Beanspruchungen sind hier groß. Hierzu muß man auch einige Getränke rechnen, die zum Teil starke Säure enthalten. (Cola, Orangensaft) Neben dem Risiko und der Häufigkeit der Berührung mit aggressiven Chemikalien, stellt besonders die Notwendigkeit einer schnellen und gründlichen Reinigung einen wichtigen Faktor dar. Häufig wird dabei auf besonders kraftvolle chemische oder mechanische Hilfsmittel zurückgegriffen. In solchen Bereichen wie Krankenhäusern, Schulen, Großküchen von Restaurants und Kantinen ist Hygiene das A und O. Auch diese Notwendigkeit hygienischer Reinheit trägt zur Erhöhung der chemischen Beanspruchungen bei. Der Reigen schließt sich mit den Sicherheitsanforderungen die zwingend sind in Bereichen mit starkem Publikumsverkehr: (Vermeidung von Sturzunfällen, Fußböden dieser Bereiche müssen ausreichend rutschsicher sein), Brandschutzmaßnahmen, Schutz vor Gefahren im Zusammenhang mit elektrostatischer Aufladung.